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Wiederbelebung der Cities: Was können die Kommunen tun?

Der Name des Wesselinger Altbürgermeisters, Günter Ditgens, wird wohl mit dem verzweifelten Kampt deutscher Mittelstädte um die Erhaltung ihrer Hertie-Warenhäuser in die Geschichte eingehen. „Das war Grund genug, für Kommunen und Einzelhandel die Probleme gemeinsam anzugehen“, erinnert sich Ditgens. Das Engagement von etwa 50 der von der Hertie-Pleite betroffenen Bürgermeister und ihr Gang zur Deutsche-Bank-Zentrale, um die Liquidation von Hertie aufzuhalten, zeigt eine neue Qualität kommunaler Stadtpolitik. Zusätzlich schweißt die große Furcht vor den Folgen der leer stehenden Warenhaus-Ruinen für den innerstädtischen Einzelhandel und die gesamte Innenstadt zusammen. Denn Leerstand – insbesondere so großer Immobilien- breitet sich schnell auf die Nachbarschaft aus. Seit den 1960er- und 1970er-Jahren bis in die 1990er gehörten gerade Warenhäuser, wie der Hertie-Karstadt-Konzern als größter europäischer Warenhaus-Konzern, mit ihren großen Flächen und dem Rund-um-Sortiment zu den großen Gewinnern des Einzelhandels. In dieser Phase suchten sie auch die Expansion mit kleineren Häusern in mittleren Städten. Jedoch wurde, besonders für diese kleineren Warenhäuser mit dem Aufbau neuer Vertriebsformen wie Verbraucher-, Heimwerker- und Elektrofachmärkte, die den wachsenden Sortimenten besser gerecht werden konnten als die „Alles-unter-einem-Dach-Konzept“ Warenhäuser, das Geschäft immer schwieriger. Aber auch die regionale Feinsteuerung durch die Filialleiter vor Ort wurde immer schwieriger und geriet mit dem Vorteil früherer Jahre, dem kostengünstigen, zentralen Einkauf für alle Filialen, zum Nachteil. Der Verkauf und die Schließung von 50 Karstadt-Kompakt-Häusern nahmen ab 2005 seinen Lauf.

Die Frage, was mit den übrigen 45 Hertie-Warenhäusern geschehen soll, die bislang noch nicht verkauft werden konnten, beschäftigt jetzt die Bürgermeister und wirft die Frage auf, was die Kommunen zur Lösung des Problems überhaupt tun können. „Niemand kann es sich leisten, die City den Bach runter gehen zu lassen“, mahnt auch Ditgens zum Handeln. „Für Planungen ist immer Geld da, es ist nur eine Frage der Prioritäten“, so der Kommunalpolitiker. Seiner Ansicht nach muss die Hertie-Krise den Anstoß geben, damit Kommunen, Handel und Immobilien-Eigentümer den Weg für gemeinsame Lösungen finden.

(Rohmert Medien, 22.03.2010)

 

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