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Sachsen: Pilotprojekt erhellt Gemeinden

Um bei der Straßenbeleuchtung Kosten zu sparen, haben die sächsischen Gemeinden Zschorlau, Bockau und Stützengrün über den Regionalversorger Envia Mitteldeutsche Energie AG (Envia M) eine Energieeffizienzuntersuchung erstellen lassen. Im Zuge des Pilotprojekts erhielten die Kommunen eine Einschätzung zu jedem einzelnen Lichtpunkt und Vorschläge für einen effizienteren Betrieb. Envia-Kommunalbetreuer Jürgen Lojewski schätzt das Einsparpotenzial bei Energieverbrauch und Wartung auf 30 bis 40 Prozent.

Warum ein Energieversorger wolle, dass seine Kunden Strom sparen? Lojewski lacht: "Eine energieeffiziente Straßenbeleuchtung ist immerhin ein politisches Ziel. Außerdem sind wir selbst ein kommunales Unternehmen." Deshalb trage Envia M auch die Kosten für das Pilotprojekt in Höhe von 35.000 Euro. Bis 2011 solle das Angebot auf das gesamte Versorgungsgebiet ausgedehnt werden. Derzeit nimmt das Unternehmen die Straßenlaternen in Burkhardtsdorf und Breitenbrunn genauer unter die Lupe. Die Untersuchung soll die Kommunen in die Lage versetzen, den technischen Zustand der Anlagen besser zu beurteilen und ihnen gleichzeitig eine Grundlage für die Beantragung von Fördergeldern an die Hand geben, erklärt Lojewski. Stützengrüns Bürgermeisterin Birgit Reichel (CDU) ist dafür sehr dankbar. "Jetzt können wir Schwachpunkte gezielt angehen", sagt sie. "Das hätten wir allein nicht leisten können." Welche Lampen zuerst ausgetauscht werden, soll nun gemeinsam mit den Elektrikern des Ortes geklärt werden. Die Studie rät allen drei Kommunen, die Lampenvielfalt von derzeit 88 Typen zu reduzieren. Besonderen Handlungsbedarf sieht Lojewski bei den Quecksilberdampflampen, die ab 2015 in der EU wegen Unwirtschaftlichkeit nicht mehr in den Handel gebracht werden dürfen, sowie bei "technisch verschlissenen Alt-Leuchten aus DDR-Zeiten". Diese sollten auf Natriumdampflampen oder auf innovative, aber teurere LED-Leuchten umgerüstet werden. "Das geht natürlich nicht von heute auf morgen", betont Zschorlaus Kämmerer Mike Schwarz. Immerhin erfordere die Umsetzung des kompletten Konzepts Ausgaben von mehr als 260.000 Euro. Aber da, wo ohnehin neue Lampen fällig sind, könne jetzt gezielter investiert werden.  Von der neuen Technik erhoffen sich die Kommunen auch, die Straßenleuchten, die derzeit aus Spargründen nachts abgeschaltet werden, wieder ohne Pause lassen zu können. "Das ist einfach sicherer", so der Tenor. Auch der Kämmerer sieht bei den Energiekosten ein riesiges Einsparpotenzial. Allein für die Betreibung und Unterhaltung der Straßenbeleuchtung zahle Zschorlau jährlich mehr als 58.000 Euro. "Das will man oftmals gar nicht richtig wahrhaben."

(Freie Presse, 21.04.2010) Ganzer Artikel hier

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