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Schule geht neue Wege beim Umbau

„Sponsoring für Schulen soll keine Einbahnstraße sein“, meint Andreas Niessen, Leiter des Geschwister-Scholl-Gymnasiums in Pulheim vor den Toren Kölns. Deshalb soll, so sein Angebot, „auch etwas zurückkommen“. Heißt: Derjenige, der Geld und Gut in die Hand nimmt, um dem unter Sanierungsdruck leidenden Gymnasium unter die Arme zu greifen, soll auch etwas dafür erhalten. Farbe gegen Kultur oder Elektroleitung gegen Homepageservice.

Pulheimer Handwerksbetriebe unterstützen die Schüler tatkräftig bei der Gestaltung ihrer Schule zu einer „lebendigen Schullandschaft“. Im Gegenzug können Schüler ein Betriebsfest mit einem Musikbeitrag auffrischen oder die Computer AG des Gymnasiums ihr Know-how der Pflege des Internetauftritts einer Firma zur Verfügung stellen. Das ganze Projekt steht unter dem Arbeitstitel „Ein Haus des Lernens im Wandel“. Möglich wird dies durch die Kooperation zwischen dem Wirtschaftsgremium Pulheim und dem Geschwister-Scholl-Gymnasium. Dieter Wesselow, Vorsitzender des Wirtschaftsgremiums, sieht die Sache durchaus praktisch. Es müsse ja nicht immer Geld fließen, sagt er. Ein Maler- oder Elektrobetrieb könne beispielsweise die Schüler bei Sanierung und Umbau der Schule unterstützen. „Die Schüler können eben keine Elektroleitung legen. Das muss ein Fachmann leisten.“ Und Umbau tut Not, auch am Geschwister-Scholl-Gymnasium. Lernen funktioniere heute eben anders, erklärt Andreas Niessen. „Nicht Frontalunterricht in kasernenartig konzipierten Schulgebäuden ist heute angesagt, sondern individuelles Lernen, meist in Kleingruppen." Ein Umbau einer Schule sei aber teuer und könne von einer Stadt wie Pulheim kaum finanziert werden. Dieter Wesselow, selbst Stadtverordneter in Pulheim, kennt sich aus. Er weiß: Vieles kann die Kommune aus Geldknappheit heute nicht mehr leisten. Helfen kann da nur eine neue Form des Sponsorings, die mehr auf Gegenseitigkeit aufgebaut ist. Also sollen die Schüler und Schülerinnen des Gymnasiums die Umgestaltung ihrer Schule zu einem attraktiven und ästhetisch befriedigenden Lernraum selbst in die Hand nehmen. Unterstützung sollen sie durch die Pulheimer Wirtschaft erhalten. Um auch bei der heimischen Wirtschaft für dieses Modell zu werben, findet ein sogenannter Kulturtag statt. Hier soll das Projekt „Haus des Lernens im Wandel“ den Pulheimer Firmen im Rahmen eines Kultur-Events, präsentiert durch die Schüler, vorgestellt werden. Dabei soll es aber nicht allein um Sponsoring gehen, die Veranstaltung soll zugleich auch ein Forum für vielfältige Kontakte zwischen Schülern und Unternehmen bieten.

(Kölnische Rundschau, 16.04.2010) Ganzer Artikel hier

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