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Tunnelblitzer bringt Meißen viel Geld ein

Meißen hat jetzt eine positive Bilanz der ersten vier Monate seit Übernahme des Blitzers im Schottenbergtunnel gezogen. „Ohne eine Unterbrechung werten wir seit 2. Januar die Blitzerfotos aus“, sagte jetzt Ordnungsamtschefin Petra Micksch. Der Übergang des Blitzer aus der Obhut des Landkreises sei reibungslos verlaufen. Knapp 2000 Fotos seien bis Ende April zusammengekommen. Spitzenreiter nach Geschwindigkeit waren ein Autofahrer mit knapp 100 Kilometern pro Stunde und ein Motorrad mit 153 Kilometern pro Stunde. Optimistisch zeigte sich Petra Micksch auch, dass das teure Gerät seine Leasingkosten von 31.000 Euro pro Jahr wieder einspielt. Dazu kommen 20.000 Euro für Spezialprogramme zur Auswertung der Blitzerfotos. Mit knapp 42.000 Euro hat die Stadt bereits gut 80 Prozent dieser Kosten hereingeholt. Der finanzielle Ausgleich bzw. Gewinn stehe allerdings nicht im Vordergrund, sagt die Meißner Ordnungsamtschefin. Es gehe vielmehr um die erzieherische Wirkung, da der Tunnel auf eine viel befahrene Kreuzung mündet. Im Unterschied zu Meißen verfügen Coswig und Radebeul seit Anfang des Jahres über mobile Blitzer. Ein erster Vergleich zeigt, dass offenbar in Coswig weniger gerast wird oder weniger Verkehr rollt als in Radebeul. Jedenfalls hat es in den ersten drei Monaten, seitdem beide Städte gemeinsam auf ihren Straßen blitzen, deutlich mehr Raser in Radebeul als in Coswig gegeben. Ingolf Zill von der Radebeuler Verkehrsbehörde: „Wir haben seit dem 8. März, dem Start der eigenen Geschwindigkeitsmessungen, in Coswig rund 1200 Fälle, in Radebeul aber 3 200.“ Selbst wenn in Radebeul der stationäre Blitzer an der Kötzschenbrodaer Straße in Serkowitz herausgerechnet würde – hier blitzt es etwa 70 Mal jede Woche –, dann liegen die Blitzerfälle in Radebeul vor den Coswigern. Doch auch die Coswiger sorgen für Bewegung in der Kasse. Bisher hat die Stadt schon rund 4500 Euro auf der Habenseite aus der Blitzerei stehen. Und das für den Zeitraum von Anfang März bis Ende April. Weitere Fälle seien derzeit in der Bearbeitung, so Coswigs Erster Bürgermeister und Kämmerer Thomas Schubert. Bei 36 Messstellen in seiner Stadt rechnet Schubert mit stetigen Einnahmen. Fakt ist, dass Radebeuler wie Coswiger keine schlimmen Raser sind. „Das Heftigste, was die Kamera bisher aufgenommen hat, waren 63 bei erlaubten 30 Stundenkilometern“, sagt Patrick Kadner. Er ist der Mann vom Radebeuler Ordnungsamt, der mit dem mobilen Blitzer unterwegs ist. Das Tückische an dem Gerät ist ohnehin, dass es eigentlich nicht blitzt. Die Kamera sei so empfindlich, dass bei Tageslicht kein Blitz nötig sei.

(SZ, 28.05.2010) Ganzer Artikel hier

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